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Anzeichen und Symptome der medialen Patellaluxation bei Hunden

Anzeichen und Symptome der medialen Patellaluxation bei Hunden

Mediale Patellaluxation

X Min. Lesezeit

Erkennen Sie die Anzeichen und Symptome der medialen Patellaluxation bei Hunden, um frühzeitig zu handeln und die Lebensqualität Ihres Tieres zu verbessern.

Von 

Sustainable Vet Group

Aktualisiert am 

8/13/26

.

Dieser Inhalt ist für tiermedizinische Fachkräfte zu Bildungszwecken bestimmt. Er ersetzt weder das klinische Urteilsvermögen noch eine maßgeschneiderte Beratung. Verlassen Sie sich stets auf Ihre Ausbildung, Ihr Fachwissen und den spezifischen Kontext Ihrer Patienten.

Das Verwirrendste an der MPL ist, dass sie einen Moment völlig normal aussehen kann und im nächsten Moment falsch.

Ihr Hund macht einen Schritt, überspringt einen Takt, schüttelt das Bein aus und läuft weiter, als wäre nichts passiert. Wenn Sie nicht genau hingeschaut hätten, hätten Sie es verpasst. Aber dieses kurze, fast beiläufig wirkende Überspringen ist oft das erste Anzeichen dafür, dass mit der Kniescheibe etwas nicht stimmt.

Die Symptome der MPL reichen von kaum bemerkbar bis offensichtlich schmerzhaft. Zu wissen, worauf man achten muss und wie man die Grade unterscheidet, hilft Ihnen einzuschätzen, wie dringend Ihr Hund untersucht werden muss. Für Hintergrundinformationen darüber, was eine mediale Patellaluxation ist und was das Verrutschen der Kniescheibe verursacht, behandelt diese Übersicht die Erkrankung selbst.

 

Schnelle Antwort: Das häufigste Anzeichen der MPL ist ein intermittierendes Überspringen im Gangbild, bei dem der Hund ein Hinterbein für einige Schritte anhebt und dann wieder normal läuft. Weitere Anzeichen sind Bein-Schütteln, Steifheit nach Ruhephasen, Gelenkknacken, Zurückhaltung beim Springen und in fortgeschrittenen Fällen anhaltendes Lahmen oder sichtbarer Muskelabbau im Oberschenkel.

 

Wichtige Erkenntnisse

  • Intermittierendes Überspringen ist das am leichtesten erkennbare Zeichen: Ihr Hund hebt beim Gehen oder Laufen kurz ein Hinterbein an.
  • Beinausstrecken oder -schütteln ist eine Selbstkorrektur: Hunde treten mit dem Bein, um die Kniescheibe zurück in die Rinne zu bringen.
  • Symptome verschlimmern sich oft nach Bewegung: Steifheit oder Lahmen ist nach einem Lauf oder einer Spielphase am deutlichsten.
  • Klickgeräusche deuten auf Gelenkinstabilität hin: Ein hörbares Knacken im Knie ist ein Signal, es untersuchen zu lassen.
  • Muskelabbau ist ein spätes Zeichen: Sichtbare Oberschenkelatrophie bedeutet, dass der Hund das Bein schon längere Zeit schont.
  • Beidseitige Fälle sehen anders aus: Wenn beide Knie betroffen sind, hoppeln Hunde oft wie Hasen, anstatt auf einem Bein zu überspringen.

Der klassische Überspring-Gang

Das am leichtesten erkennbare Zeichen der MPL ist das intermittierende Überspringen. Es sieht so aus: Ihr Hund geht oder trabt normal, hebt dann plötzlich ein Hinterbein für zwei oder drei Schritte an, hält es kurz oben und setzt es wieder ab. Wenige Momente später sieht alles wieder normal aus.

Was passiert, ist, dass die Kniescheibe kurzzeitig aus ihrer Rinne rutscht. Der Hund hebt instinktiv das Bein an, um das Gelenk zu entlasten, während die Kniescheibe nicht in Position ist.

Dieses An- und Abschalten unterscheidet die MPL von einer normalen Beinverletzung, die typischerweise zu konstantem Lahmen führt. Wenn das Überspringen zwischen den Episoden vollständig verschwindet, ist MPL eine wahrscheinliche Erklärung.

Das Überspringen kann anfangs gelegentlich auftreten und mit Fortschreiten der Erkrankung allmählich häufiger werden. Manche Hunde zeigen monatelang keine sichtbaren Episoden, bevor sie regelmäßiger Symptome zeigen.

Bein-Schütteln oder -Ausstrecken: die Selbstkorrektur

Viele Hunde mit MPL entwickeln die Gewohnheit, das betroffene Bein seitlich auszuschütteln oder auszuklappen. Das wirkt gezielt, und das ist es auch.

Die Bewegung dient dazu, die Kniescheibe wieder in die Rinne zu bringen. Eine schnelle Streckung oder seitlicher Tritt mit dem Bein reicht oft aus, und der Hund läuft danach normal weiter. Besitzer interpretieren dies manchmal als eine eigenartige Angewohnheit statt als Symptom.

Wenn Sie bemerken, dass Ihr Hund regelmäßig ein Hinterbein schüttelt oder schnippt, besonders nach ein paar übersprungenen Schritten, ist ein Tierarztbesuch ratsam.

Steifheit nach Ruhephasen

Hunde mit MPL wirken oft steifer als normal, wenn sie nach dem Liegen oder Schlafen aufstehen. Sie könnten bemerken:

  • Zögern vor dem Aufstehen
  • Ein steifer, gestelzter Gang in den ersten ein bis zwei Minuten nach dem Aufstehen
  • Zurückhaltung, morgens als Erstes die Treppe zu benutzen

Diese Steifheit lässt nach, sobald der Hund sich einige Minuten bewegt hat. Sie spiegelt eine niedriggradige Gelenkentzündung wider, die in Ruhe abklingt, aber beim ersten Belasten des Gelenks wieder auffällt.

Symptome nach Grad: was Sie wahrscheinlich sehen

Die Anzeichen, die Ihr Hund zeigt, hängen eng mit dem Luxationsgrad zusammen. Hier ist, was Sie auf jeder Stufe erwarten können:

GradWas Besitzer typischerweise beobachten
1Kaum oder keine Symptome. Kann bei schneller Bewegung kurz überspringen. Oft ein Zufallsbefund bei der tierärztlichen Untersuchung.
2Intermittierendes Überspringen, Bein-Schütteln, gelegentliche Steifheit nach Ruhe. Symptome können mild und leicht zu übersehen sein.
3Häufigeres oder dauerhaftes Lahmen. Muskelatrophie kann im betroffenen Oberschenkel auftreten. Weniger aktiv als üblich.
4Anhaltendes Lahmen oder Verweigerung der Belastung. Offensichtliche Gangstörung. Möglicherweise geduckte oder O-Bein-Haltung.

 

Für eine vollständige Erklärung, was jeder Grad bedeutet und wie er die Behandlung beeinflusst, siehe welcher Grad die Symptome Ihres Hundes nahelegen.

Klick- oder Knackgeräusche im Knie

Manche Besitzer bemerken ein hörbares Klicken oder Knacken im Knie ihres Hundes während der Bewegung. Dieses Geräusch entsteht, wenn die Kniescheibe in und aus der Rinne rutscht.

In frühen MPL-Graden ist es nicht immer schmerzhaft, aber es ist immer ein Zeichen für Gelenkinstabilität. Wenn Sie beim sanften Beugen und Strecken des Knies ein Klicken hören oder spüren, erwähnen Sie dies Ihrem Tierarzt.

Bein hochhalten oder Belastungsverweigerung

In höheren Graden halten Hunde das betroffene Bein oft über längere Zeit komplett vom Boden ab. Das geht über das kurze Überspringen bei niedriggradiger MPL hinaus.

Ein Hund, der konsequent ein Bein hochhält oder aktiv vermeidet, Gewicht auf ein Gliedmaß zu legen, hat stärkere Schmerzen oder Instabilität. Das erfordert umgehende tierärztliche Untersuchung.

Zurückhaltung beim Laufen, Springen oder Treppensteigen

Hunde mit MPL beginnen oft still und unauffällig, Aktivitäten zu meiden, die das Knie belasten, bevor sie deutlich lahmen. Achten Sie auf:

  • Zögern vor dem Springen auf das Sofa oder ins Auto
  • Verlangsamung beim Spaziergang oder Verweigerung weiterzugehen
  • Stehenbleiben unten an der Treppe und Hochschauen ohne hochzusteigen
  • Allgemeine Abnahme der Aktivität oder Spielfreude

Diese Verhaltensänderungen können subtil sein und leicht dem Alter oder der Stimmung zugeschrieben werden. Bei jungen oder mittelalten Hunden sind sie jedoch eine Untersuchung wert.

Zur Anleitung, wie Sie Ihren Hund zu Hause vor dem Tierarztbesuch beurteilen können, lesen Sie über die häusliche Einschätzung von MPL-Anzeichen.

Muskelabbau im Oberschenkel

Wenn ein Hund konsequent ein Bein vermeidet zu benutzen, beginnen die Muskeln in diesem Gliedmaß zu schrumpfen. Sie können bemerken, dass der Oberschenkel auf der betroffenen Seite deutlich kleiner oder dünner aussieht als auf der anderen Seite.

Dies nennt man Muskelatrophie durch Nichtgebrauch. Sie entwickelt sich typischerweise über Wochen bis Monate und zeigt an, dass der Hund das betroffene Bein schon längere Zeit schont. Muskelatrophie ist am häufigsten mit Grad 3 und 4 der MPL verbunden.

Typische Anzeichen bei beidseitiger MPL

Wenn beide Knie betroffen sind, sieht das Erscheinungsbild anders aus als bei einseitiger MPL. Anstatt auf einem Bein zu überspringen, zeigen Hunde mit beidseitiger MPL oft:

  • Hasenhüpfen: Beide Hinterbeine bewegen sich zusammen in einer hüpfenden Bewegung, besonders bei schneller Bewegung
  • Gewichtsverlagerung nach vorne: Verlagerung des Gewichts auf die Vorderbeine, um das Hinterteil zu entlasten
  • Wirken allgemein steif oder langsam: Ohne deutliches Lahmen auf einer Seite verwechseln Besitzer dies manchmal mit Müdigkeit oder Alter

Für mehr Informationen darüber, wie sich beidseitige MPL zeigt und wie sie anders behandelt wird, siehe Symptome bei beidseitiger Kniebeteiligung.

Wie sich Symptome je nach Rassegröße unterscheiden

Kleine Rassen zeigen meist intermittierendes Überspringen als Hauptanzeichen, oft schon in jungem Alter. Die Symptome können so subtil sein, dass Besitzer sie monatelang nicht bemerken.

Große Rassen zeigen häufiger konstantes Lahmen statt des an- und abschwellenden Überspringens, und ihre Symptome treten oft erst später im Leben auf. Für eine vollständige Aufschlüsselung, wie sich die Symptome bei kleinen und großen Hunden unterscheiden, siehe Unterschiede der Symptome zwischen Rassen.

Wann Symptome auf eine Operation hinweisen

Leichte Symptome bei einem Hund mit niedrigem Grad bedeuten nicht automatisch eine Operation. Aber bestimmte Anzeichen deuten darauf hin, dass die Erkrankung die Lebensqualität so beeinträchtigt, dass eine konservative Behandlung nicht ausreicht:

  • Symptome treten mehrmals täglich auf
  • Anhaltendes Lahmen, das sich durch Ruhe nicht bessert
  • Fortschreitender Muskelabbau
  • Zunehmende Zurückhaltung bei Aktivitäten
  • Schmerzreaktion bei der körperlichen Untersuchung

Für eine vollständige Anleitung, wann Symptome eine Operation empfehlen, siehe wann Symptome eine Operation notwendig machen.

Häufig gestellte Fragen

Mein Hund überspringt, verhält sich danach aber völlig normal. Sollte ich mir Sorgen machen?

Ja, es ist eine Untersuchung wert, aber nicht unbedingt ein Notfall. Intermittierendes Überspringen, das schnell wieder verschwindet, ist typisch für niedriggradige MPL (Grad 1 oder 2). Vereinbaren Sie einen regulären Tierarzttermin statt eines Notfallbesuchs und beschreiben Sie genau, was Sie beobachtet haben, einschließlich Häufigkeit, welches Bein und ob der Hund das Bein vorher geschüttelt hat.

Können MPL-Symptome jahrelang kommen und gehen?

Ja, das können sie. Hunde mit Grad 1 und 2 durchlaufen manchmal Phasen, in denen die Symptome kaum bemerkbar sind, und verschlechtern sich dann vorübergehend nach einem langen Lauf oder Sprung. Diese Variabilität ist ein Grund, warum MPL lange unentdeckt bleiben kann. Wenn Sie dieses Muster bemerken, dokumentieren Sie es und sprechen Sie es beim nächsten Tierarztbesuch an.

Hat mein Hund Schmerzen, wenn die Kniescheibe verrutscht?

Das variiert. Manche Hunde zeigen während kurzer Luxationsepisoden keine offensichtliche Schmerzreaktion. Andere vocalisieren oder wirken erschrocken. Die Beschwerden nehmen mit zunehmendem Grad und bei Entwicklung einer sekundären Arthrose zu. Selbst Hunde, die scheinbar unbeeindruckt vom Verrutschen sind, profitieren von einer Behandlung, um langfristige Gelenkschäden zu verhindern.

Was ist der Unterschied zwischen MPL-Symptomen und einer Kreuzbandverletzung?

Kreuzbandrisse verursachen typischerweise plötzliches, dauerhaftes Nichtbelasten des Beins, nicht das intermittierende Überspringen der MPL. Allerdings erhöht fortgeschrittene MPL das Risiko einer Kreuzbandverletzung. Ein Hund mit langjähriger MPL Grad 3 oder 4 hat eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine gleichzeitige Kreuzbandbeteiligung, die Ihr Tierarzt bei der Untersuchung prüfen wird.

Das Wichtigste bei MPL-Symptomen ist, dass sie oft klein anfangen. Ein kurzes Überspringen, ein schnelles Schütteln des Beins, ein leicht ungewöhnlicher Gang nach dem Nickerchen. Die meisten Besitzer sehen diese Zeichen Wochen oder Monate, bevor sie sie mit einem Knieproblem in Verbindung bringen. Eine frühe Erkennung der MPL bedeutet mehr Behandlungsmöglichkeiten und bessere Ergebnisse, also vertrauen Sie Ihrem Instinkt und lassen Sie es untersuchen, wenn Ihnen etwas am Gang Ihres Hundes auffällt.

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