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Rassen mit Risiko für BOAS und frühe Warnzeichen erkennen

Rassen mit Risiko für BOAS und frühe Warnzeichen erkennen

BOAS

X Min. Lesezeit

Erfahren Sie, welche Hunderassen besonders für BOAS gefährdet sind und wie Sie frühe Warnzeichen rechtzeitig erkennen können.

Von 

Sustainable Vet Group

Aktualisiert am 

8/13/26

.

Dieser Inhalt ist für tiermedizinische Fachkräfte zu Bildungszwecken bestimmt. Er ersetzt weder das klinische Urteilsvermögen noch eine maßgeschneiderte Beratung. Verlassen Sie sich stets auf Ihre Ausbildung, Ihr Fachwissen und den spezifischen Kontext Ihrer Patienten.

Hunde mit flachem Gesicht gehören zu den beliebtesten Rassen in den USA. Sie sind auch medizinisch besonders anfällig.

Nicht jeder brachyzephale Hund entwickelt klinisch signifikantes BOAS. Einige Rassen haben jedoch ein dramatisch höheres Risiko als andere, und innerhalb dieser Rassen bedeutet die individuelle Variation, dass einige Hunde deutlich schwerer betroffen sind als andere.

Zu wissen, wo Ihr Hund in diesem Bild steht, ist der Ausgangspunkt für eine verantwortungsvolle Pflege.

 

Schnelle Antwort: Die Rassen mit dem höchsten Risiko für BOAS sind Englische Bulldoggen, Französische Bulldoggen, Möpse, Boston Terrier und Pekinesen. Untersuchungen legen nahe, dass bis zu 50 % der Hunde in den drei am stärksten betroffenen Rassen klinisch signifikante Atemwegsobstruktionen aufweisen. Frühe Warnzeichen sind lautes Atmen in Ruhe, Belastungsintoleranz, Überhitzung und gestörter Schlaf. Diese Anzeichen werden oft als normal angesehen, sollten jedoch von einem Tierarzt bewertet werden.

 

Wichtige Erkenntnisse

  • Einige Rassen haben BOAS-Prävalenzraten von 50 % oder höher: Dies ist keine seltene Erkrankung bei den am stärksten betroffenen Rassen.
  • 60 % der Besitzer erkennen BOAS-Anzeichen nicht als medizinische Symptome: Die Normalisierung verzögert die Diagnose und verschlechtert die Prognose.
  • Frühe Anzeichen können subtil sein: Bewegungsunlust, unruhiger Schlaf und gelegentliches Würgen sind oft die ersten Hinweise.
  • Nicht alle brachyzephalen Rassen tragen dasselbe Risiko: Das Risiko variiert erheblich je nach Schädel- und Schnauzenform.
  • BOAS ist progressiv: Anzeichen, die mit einem Jahr noch beherrschbar erscheinen, können ohne Intervention mit drei oder vier Jahren ernst werden.
  • Welpen sollten frühzeitig untersucht werden: Eine tierärztliche Beurteilung zwischen 6 und 12 Monaten ermöglicht Interventionen, bevor sekundäre Schäden entstehen.

Warum die Rasse bei BOAS wichtig ist

BOAS resultiert aus der verkürzten Schädelstruktur brachyzephaler Rassen. Das Risiko hängt eng davon ab, wie ausgeprägt die Brachyzephalie ist.

Hunde mit sehr flachen Gesichtern, extrem kurzen Schnauzen und breiten Schädeln haben die am stärksten komprimierten Nasengänge, den geringsten Raum für das weiche Gaumensegel und das höchste Risiko für eine signifikante Atemwegsobstruktion. Hunde mit etwas längerer Schnauze, selbst innerhalb einer traditionell flachgesichtigen Rasse, zeigen tendenziell weniger schwere BOAS.

Deshalb variieren einzelne Hunde innerhalb derselben Rasse. Zwei Französische Bulldoggen aus unterschiedlichen Zuchtlinien können sehr unterschiedliche Atemwegsanatomien aufweisen.

Rassen mit dem höchsten Risiko

Diese Rassen zeigen in Studien konstant die höchsten Raten klinisch signifikanter BOAS.

Englische Bulldogge

Die Englische Bulldogge gilt weithin als eine der am stärksten betroffenen Rassen.

Bulldogs haben häufig stenotische Nasenlöcher, verlängerte weiche Gaumen und eine hypoplastische (verengte) Luftröhre, die chirurgisch nicht korrigiert werden kann. Die Kombination mehrerer Defekte macht die BOAS-Behandlung bei Bulldogs besonders komplex.

Eine in der Fachzeitschrift PLOS ONE veröffentlichte Studie ergab, dass etwa 50 % der in Studien untersuchten Englischen Bulldoggen, Französischen Bulldoggen und Möpse klinisch signifikantes BOAS anhand objektiver Atemfunktionsprüfungen zeigten.

Französische Bulldogge

Die Französische Bulldogge ist seit mehreren Jahren die beliebteste Hunderasse in den USA. Diese Popularität hat dazu geführt, dass BOAS bei Französischen Bulldoggen in Tierarztpraxen immer häufiger diagnostiziert wird.

Französische Bulldoggen haben typischerweise stark stenotische Nasenlöcher und verlängerte weiche Gaumen. Sie neigen auch zu abweichenden Nasenmuscheln, die den Luftstrom zusätzlich einschränken. Belastungsintoleranz und Schlafstörungen sind bei dieser Rasse besonders häufig.

Mops

Möpse gehören zu den am leicht erkennbaren flachgesichtigen Rassen und zu den am höchsten gefährdeten für BOAS.

Britische Studien fanden heraus, dass etwa 20 % der Möpse innerhalb eines Zeitraums von zwei Jahren wegen Atemwegserkrankungen einen Tierarzt aufsuchen. Bei objektiven Tests ist der tatsächliche Anteil mit einer gewissen Atemwegsverengung deutlich höher.

Möpse sind auch häufig Kandidaten für die Korrektur stenotischer Nasenlöcher, und die Kosten sowie die Erholungszeit für mops-spezifische Atemwegschirurgie unterscheiden sich etwas von größeren Rassen. Für das mops-spezifische Bild behandelt der Leitfaden zu mops-spezifischen Operationskosten und Erholung die für Mopsbesitzer relevanten Details.

Boston Terrier

Boston Terrier nehmen eine mittlere Position in der Schwere von BOAS ein. Ihre Schnauze ist zwar kurz, aber typischerweise nicht so extrem wie bei Bulldogs oder Möpsen, und einige Individuen haben relativ funktionale Atemwege.

Innerhalb der Rasse ist jedoch eine extremere Konformation mit einem höheren BOAS-Risiko verbunden. Boston Terrier mit stärker ausgeprägter Gesichtsverkürzung und Nasenlochstenose haben eher eine signifikante Atemwegsobstruktion.

Pekinese

Der Pekinese gehört zu den am stärksten betroffenen Rassen hinsichtlich der BOAS-Prävalenz. Eine Rassenübergreifende Studie fand heraus, dass unter 14 brachyzephalen Rassen, die im Vereinigten Königreich untersucht wurden, nur 10,9 % der Pekinesen die Bewertung Grad 0 (keine signifikante Atemstörung) erhielten. Das bedeutet, dass fast 90 % eine gewisse Atemfunktionsstörung zeigten.

Weitere betroffene Rassen

Eine beträchtliche Anzahl weiterer Rassen weist ein erhöhtes BOAS-Risiko auf:

RasseRisikostufe
Shih TzuMittel bis hoch
BoxerMittel
Cavalier King Charles SpanielMittel
Dogue de BordeauxMittel
Lhasa ApsoMittel
Chinese Shar-PeiMittel
Japanese ChinHoch
Griffon BruxelloisHoch
BullmastiffMittel

 

Rassen mit längeren Schnauzen, wie Pomeranian und Malteser, zeigen trotz Einstufung als brachyzephal deutlich geringere Raten signifikanter BOAS.

Frühe Warnzeichen von BOAS

Die Anzeichen von BOAS lassen sich in offensichtliche und leicht übersehbare unterteilen. Beide sind wichtig.

Offensichtliche Anzeichen

Lautes Atmen in Ruhe:

Stertor ist ein tiefes, schnarchendes Geräusch, das im Rachen entsteht. Stridor ist ein höheres Pfeifen, das vom Kehlkopf oder der Luftröhre ausgeht. Beide deuten auf eine Atemwegsobstruktion hin. Ein Hund, der in Ruhe normal atmet, sollte leise atmen.

Belastungsintoleranz:

Ein brachyzephaler Hund, der nach einem kurzen Spaziergang stehen bleibt, sich weigert weiterzugehen oder zusammenbricht, zeigt ein bedeutendes Anzeichen. Dies ist keine Faulheit, sondern die Unfähigkeit, genügend Sauerstoff für die Belastung aufzunehmen.

Offenes Maulatmen in Ruhe:

Hunde atmen in Ruhe durch die Nase, es sei denn, sie sind heiß oder haben sich gerade bewegt. Ein Hund, der routinemäßig in Ruhe durch den Mund atmet, kann nicht ausreichend Luft durch die Nasengänge bewegen.

Husten oder Würgen:

Besonders nach dem Essen oder Trinken oder nach Anstrengung. Oft verursacht durch das verlängerte weiche Gaumensegel, das das Schlucken beeinträchtigt.

Subtile Anzeichen, die oft übersehen werden

Bewegungsunlust:

Ein Hund, der konsequent aufhört zu spielen, beim Spaziergang sitzen bleibt oder Treppen meidet, tut dies möglicherweise, weil Anstrengung schnell unangenehm wird.

Unruhiger oder gestörter Schlaf:

Hunde mit BOAS können oft keinen Tiefschlaf erreichen, da ihre Atemwege beim Entspannen teilweise kollabieren. Sie wachen häufig auf, verändern ihre Position oder schlafen mit dem Kopf an Möbel oder die Wand gelehnt, um die Atemwege offener zu halten.

Häufiges Schlucken und Lippenlecken:

Oft verbunden mit Regurgitation und Speiseröhrenfunktionsstörungen, die mit BOAS einhergehen.

Schlafen mit erhöhtem Kopf:

Ein Hund, der seinen Kopf konsequent auf die Bettkante, Couch oder ein Kissen stützt, tut dies möglicherweise, um die Atemwege auszurichten und die Obstruktion zu verringern.

Gastrointestinale Symptome:

Erbrechen, Regurgitation und Reflux treten bei einem hohen Anteil von BOAS-Hunden aufgrund der Wechselwirkung zwischen Atemanstrengung und gastrointestinaler Funktion auf.

Am häufigsten von Besitzern als normal angesehen

Studien haben wiederholt gezeigt, dass etwa 60 % der Besitzer brachyzephaler Hunde die Anzeichen von BOAS nicht als medizinische Probleme erkennen.

Die folgenden Anzeichen werden am häufigsten als normal angesehen:

  • Lautes Schnarchen: Oft als „niedlich“ oder „so schlafen sie eben“ beschrieben
  • Schnauben oder Schnüffeln bei Aufregung: Wird der Persönlichkeit und nicht der Anatomie zugeschrieben
  • Schnelles Überhitzen: Wird als Rasseeigenschaft und nicht als Belüftungsproblem gesehen
  • Weigerung, weite Strecken zu gehen: Wird als Faulheit und nicht als Sauerstoffmangel interpretiert

 

Ein Hund, der nicht frei atmen kann, ist kein gesunder Hund. Das flachgesichtige Erscheinungsbild, das Besitzer liebenswert finden, hat einen realen biologischen Preis, und dieses Bewusstsein ist ein Akt verantwortungsvoller Tierhaltung.

 

Wann zum Tierarzt

Jeder brachyzephale Hund sollte eine tierärztliche Atemwegsuntersuchung erhalten, unabhängig davon, wie gering die Symptome vom Besitzer eingeschätzt werden.

Vereinbaren Sie umgehend einen tierärztlichen Termin, wenn Ihr Hund zeigt:

  • Lautes Atmen in Ruhe oder während des Schlafs
  • Belastungsintoleranz, die nicht zum Fitnesslevel passt
  • Häufiges Würgen, Regurgitation oder Erbrechen
  • Phasen von Atemnot, Panik oder erschwerter Atmung
  • Blaue oder violette Schleimhäute zu irgendeinem Zeitpunkt (Notfall: sofort zum Tierarzt)

Routineuntersuchungen werden empfohlen:

  • Für alle Welpen flachgesichtiger Rassen zwischen 6 und 12 Monaten
  • Für erwachsene brachyzephale Hunde, die noch nicht untersucht wurden

Für ein klares Verständnis von was BOAS ist und wie es sich in den Atemwegen entwickelt bietet dieser Leitfaden die anatomische Grundlage, um zu verstehen, warum diese Anzeichen auftreten.

Die Bedeutung der frühen Diagnose

BOAS ist progressiv. Frühstadien mit stenotischen Nasenlöchern und leicht verlängertem weichem Gaumen führen im Laufe der Zeit zu moderater Obstruktion. Moderate Obstruktion führt zu vorgefallenen Kehlkopfsäckchen. Vorgefallene Kehlkopfsäckchen tragen zum Kehlkopfkollaps bei, der die schwerste und am wenigsten chirurgisch korrigierbare Phase von BOAS darstellt.

Hunde, die vor dem Alter von zwei Jahren operiert werden, haben deutlich bessere Ergebnisse als später behandelte.

Das Verständnis wann betroffene Rassen eine Operation benötigen und wie man mildes BOAS bei gefährdeten Rassen ohne Operation managt sind die zwei wichtigsten nächsten Schritte für Besitzer von Hochrisiko-Hunden mit derzeit milden Anzeichen.

Häufig gestellte Fragen

Mein Französischer Bulldogge schnarcht, wirkt aber glücklich. Bedeutet das, dass BOAS nicht ernst ist?

Glückliches Verhalten bedeutet nicht, dass das Atmen komfortabel ist. Hunde passen sich chronischen Schwierigkeiten an und zeigen Unbehagen nicht so wie Menschen. Ein Hund, der in Ruhe schnarcht, hat messbare Atemwegsobstruktion. Ob eine Intervention notwendig ist, hängt vom Ausmaß der Obstruktion ab, was eine tierärztliche Untersuchung feststellen kann.

Gibt es einzelne Hunde innerhalb der Hochrisiko-Rassen, die nicht betroffen sind?

Ja. Nicht jeder Bulldog oder Mops entwickelt klinisch signifikantes BOAS. Hunde mit etwas weniger extremer Konformation innerhalb ihrer Rasse können lebenslang funktionale Atemwege haben. Objektive Atemfunktionsprüfungen sind die genaueste Methode zur Beurteilung einzelner Hunde.

Kann BOAS später im Leben entstehen oder ist es von Geburt an vorhanden?

Die anatomischen Abnormalitäten sind von Geburt an vorhanden, aber die klinischen Anzeichen werden oft mit zunehmendem Alter deutlicher. Sekundäre Veränderungen wie vorgefallene Kehlkopfsäckchen entwickeln sich im Laufe der Zeit durch die chronische Atembelastung. Deshalb kann ein Hund, der mit einem Jahr noch beherrschbar schien, mit drei oder vier Jahren stärker betroffen sein.

Gibt es einen Test, um die Schwere von BOAS bei meinem Hund zu bestimmen?

Ja. Tierärzte verwenden ein Bewertungssystem basierend auf klinischer Untersuchung, manchmal mit leichter Sedierung, um das weiche Gaumensegel und die Kehlkopfsäckchen zu beurteilen. Einige Spezialzentren nutzen objektive Atemfunktionsprüfungen. Die meisten Allgemeintierärzte können eine Erstbewertung durchführen und bei Operationsbedarf an Spezialisten überweisen.

Sollte ich den Kauf einer flachgesichtigen Rasse wegen BOAS vermeiden?

Das ist eine persönliche Entscheidung, die jedoch ernsthaft bedacht werden sollte. Das BOAS-Wohlergehen ist ein bedeutendes und gut dokumentiertes Problem. Wenn Sie einen brachyzephalen Hund besitzen oder planen, ist die Verpflichtung zu frühzeitiger tierärztlicher Untersuchung, angemessenem Lebensstilmanagement und gegebenenfalls chirurgischer Intervention der verantwortungsvolle Weg.

Die Popularität flachgesichtiger Rassen ist in den letzten zehn Jahren dramatisch gestiegen. Die medizinische Belastung, die mit dieser Popularität einhergeht, ist real, erheblich und größtenteils durch frühzeitige Diagnose und angemessene Pflege vermeidbar. Zu wissen, welche Rassen gefährdet sind und wie frühe Anzeichen aussehen, ist das wichtigste Werkzeug eines Besitzers.

Ressourcen

Die folgenden Quellen wurden als Referenz und Hintergrund für diesen Artikel verwendet:

  • Liu, N.C. et al. (2017). Conformational risk factors of brachycephalic obstructive airway syndrome. PLOS ONE. ncbi.nlm.nih.gov
  • PetMD. Brachycephalic Airway Syndrome in Dogs.petmd.com
  • Cornell University College of Veterinary Medicine. Brachycephalic Obstructive Airway Syndrome (BOAS).vet.cornell.edu
  • Joii Pet Care. Brachycephalic Obstructive Airway Syndrome (BOAS) in Dogs.joiipetcare.com
  • Cross-breed BOAS study. A cross-sectional study into the prevalence and conformational risk factors of BOAS across fourteen brachycephalic dog breeds.ncbi.nlm.nih.gov
  • Today's Veterinary Practice. An Overview of Brachycephalic Obstructive Airway Syndrome.todaysveterinarypractice.com

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