Artikel
 » 
 » 
PPE und Barriere-Schutz in Tierarztpraxen richtig anwenden

PPE und Barriere-Schutz in Tierarztpraxen richtig anwenden

X Min. Lesezeit

Erfahren Sie, wie PPE und Barriere-Schutz in Tierarztpraxen Infektionen verhindern und Sicherheit gewährleisten.

Von 

Sustainable Vet Group

Aktualisiert am 

8/13/26

.

Dieser Inhalt ist für tiermedizinische Fachkräfte zu Bildungszwecken bestimmt. Er ersetzt weder das klinische Urteilsvermögen noch eine maßgeschneiderte Beratung. Verlassen Sie sich stets auf Ihre Ausbildung, Ihr Fachwissen und den spezifischen Kontext Ihrer Patienten.

Persönliche Schutzausrüstung (PSA) in der tierärztlichen Praxis erfüllt zwei gleichzeitige Zwecke: den Schutz des Personals vor den Patienten und den Schutz der Patienten vor dem Personal und untereinander.

Keine der beiden Schutzrichtungen darf vernachlässigt werden. Ein Versagen in einer der Richtungen gefährdet Patienten, Personal oder die Öffentlichkeit.

 

Schnelle Antwort: Tierärztliche PSA umfasst Untersuchungshandschuhe, Operationshandschuhe, bissresistente Handschuhe, Masken, N95-Atemschutzmasken, Kittel und Augenschutz. Die Auswahl hängt vom Verfahren, dem Krankheitsstatus des Patienten und dem Risiko von Spritzern oder Aerosolen ab. Weniger als 40 % des tierärztlichen Personals verwenden konsequent geeignete PSA.

 

Wichtige Erkenntnisse

  • Untersuchungshandschuhe sind die Basisschutzausrüstung bei jedem Patientenkontakt mit Körperflüssigkeiten, nicht intakter Haut, Kot oder Schleimhäuten
  • Operationshandschuhe unterscheiden sich von Untersuchungshandschuhen: Sie sind steril, dünner und werden nur für sterile Eingriffe verwendet
  • Augenschutz ist erforderlich, wann immer Spritzer möglich sind z. B. bei Zahnbehandlungen, Wundspülungen, Nekropsien und vielen Laborverfahren
  • N95-Atemschutzmasken sind bei aerosolgenerierenden Verfahren bei Patienten mit Verdacht auf respiratorische Krankheitserreger erforderlich; chirurgische Masken filtern keine Aerosole
  • OSU CVM: Weniger als 40 % des tierärztlichen Personals verwenden konsequent geeignete PSA die Einhaltung ist eine anerkannte Lücke
  • Die Reihenfolge beim Ablegen der PSA ist ebenso wichtig wie beim Anlegen: Falsches Ablegen kontaminiert Haut und Kleidung

Warum die Einhaltung der PSA wichtig ist

OSU CVM: „Weniger als 40 % der Tierärzte und Mitarbeiter gaben an, die geeignete PSA für die jeweiligen Situationen zu verwenden.“

OSU CVM: „Bei der Beobachtung des Ablegens der PSA durch medizinisches Personal in einer Studie kontaminierten fast 50 % unbeabsichtigt ihre Haut oder Kleidung.“

OSU CVM: „Das Nichtgebrauchen der PSA setzt Sie, Ihr Personal und die Patienten einem erhöhten Krankheitsrisiko aus.

In einigen Fällen können Krankheitsausbrüche in Kliniken auftreten und die Erkrankungen sehr schwer verlaufen, bis hin zum Tod.“

Die Verwendung von PSA ist in Hochrisikosituationen nicht optional.

AVMA: „Blutentnahmen bei einem Hund mit Verdacht oder bekannter Leptospirose bergen größere biologische Gesundheitsrisiken als bei einem klinisch gesunden Hund.

Das Risiko der Krankheitsübertragung erfordert erhöhte Vorsicht und PSA.“

Handschuhe: Typen und Auswahl

Untersuchungshandschuhe (Nitril oder Latex)

Die Basisschutzbarriere für allgemeine klinische Arbeiten.

CVMA: „Nitrilhandschuhe sollten routinemäßig getragen werden, wenn Kontakt mit Kot, Körperflüssigkeiten, Erbrochenem, Exsudaten und nicht intakter Haut wahrscheinlich ist.

Sie sollten bei Zahn- oder geburtshilflichen Eingriffen, Wiederbelebungen, Nekropsien und beim Umgang mit diagnostischen Proben getragen werden.“

Nitril wird Latex vorgezogen, da es ein geringeres Allergierisiko für Personal und Kunden darstellt.

Indikationen:

  • Alle Patientenuntersuchungen mit Körperflüssigkeiten
  • Wundbeurteilung und Verbandswechsel
  • Umgang mit Kotproben, Urin, Aspiraten oder Abstrichen
  • Zahnbehandlungen (hohes Spritzrisiko)
  • Jeglicher Kontakt mit Tieren unbekannten Infektionsstatus

Operationshandschuhe

Steril, puderfrei und deutlich dünner als Untersuchungshandschuhe für taktile Sensibilität. Ausschließlich für sterile Eingriffe verwendet.

Operationshandschuhe werden mit der geschlossenen Handschuhtechnik nach vollständiger chirurgischer Händedesinfektion oder ABHR angelegt. Sie sind für sterile Eingriffe nicht mit Untersuchungshandschuhen austauschbar.

Bissresistente Handschuhe

Mahan Law: „Mitarbeiter sollten Zugang zu bissresistenten Handschuhen haben, wenn sie mit potenziell aggressiven Tieren arbeiten.“

Diese sind nicht steril und nicht für aseptische Arbeiten geeignet. Sie schützen vor Stich- und Schnittverletzungen. Sie sollten an Empfang, Untersuchungsräumen und Zwingern verfügbar sein.

Masken: chirurgische Masken vs. N95-Atemschutzmasken

Diese beiden Maskentypen erfüllen grundsätzlich unterschiedliche Zwecke und sind nicht austauschbar.

Chirurgische Masken

OSU CVM: „Gesichtsmasken (chirurgisch) werden verwendet, um die Schleimhäute von Augen, Nase und Mund vor Krankheitserregern zu schützen.“

Chirurgische Masken blockieren große Tröpfchen und Spritzer. Sie sind geeignet für:

  • Routineoperationen (als Teil der vollständigen OP-Bekleidung)
  • Verfahren mit Spritzrisiko für Mund oder Nase
  • Allgemeine Barriere zwischen Personal und Patient

Chirurgische Masken filtern keine Aerosole. Sie bieten keinen Atemschutz gegen luftübertragene Krankheitserreger.

N95-Atemschutzmasken

N95-Atemschutzmasken filtern mindestens 95 % der luftgetragenen Partikel ab 0,3 Mikrometer Größe.

Sie sind erforderlich, wenn:

  • Ein Patient eine bestätigte oder vermutete luftübertragbare Infektionskrankheit hat (z. B. Influenza, Bordetella in Zwingersituationen mit aktivem Ausbruch)
  • Aerosolgenerierende Verfahren bei Patienten mit respiratorischen Krankheitserregern durchgeführt werden
  • Personal in Hochrisikosituationen arbeitet, z. B. bei Nekropsien von Tieren mit zoonotischen Krankheitserregern

N95-Atemschutzmasken erfordern eine Passformprüfung, um wirksam zu sein. Eine N95-Maske, die nicht richtig sitzt, bietet kaum mehr Schutz als eine chirurgische Maske.

Augen- und Gesichtsschutz

OSU CVM: „Gesichtsschutz wie Masken, Schutzbrillen und Vollgesichtsschutz verhindern die Exposition der Schleimhäute von Augen, Nase und Mund gegenüber Krankheitserregern.“

OSU CVM: „Diese Ausrüstung ist immer dann angezeigt, wenn ein Risiko für Spritzer oder Sprühnebel auf die Schleimhäute besteht.“

Situationen, die Augenschutz erfordern:

VerfahrenEmpfohlener Schutz
ZahnsteinentfernungGesichtsschutzschild oder Schutzbrille + Maske
Wundspülung mit SpritzeSchutzbrille oder Gesichtsschutzschild
NekropsieVollgesichtsschutzschild
Blutabnahmen bei Hunden mit Verdacht auf LeptospiroseSchutzbrille + Maske
Ohrspülung/-irrigationSchutzbrille
Operation (Routine)Mindestens chirurgische Maske; Schutzbrille optional

 

OSU CVM: „Die für die oben genannten Verfahren verwendeten Gegenstände sollten Einwegartikel (chirurgische Maske) oder nach Reinigung und Desinfektion wiederverwendbar sein (Gesichtsschutzschild, Schutzbrille).“

Schutzkleidung: Kittel, Laborkittel und Schürzen

CVMA: „Der Zweck der Schutzkleidung ist es, die Übertragung von Krankheitserregern zwischen Träger und Patient zu begrenzen und eine Kontamination der Kleidung des Trägers zu verhindern.“

Laborkittel: Basisschutz für routinemäßige klinische Arbeiten. Sie verhindern die Kontamination der persönlichen Kleidung und können gewaschen werden. Sie sind ohne spezielle Beschichtung nicht flüssigkeitsresistent.

Einwegkittel: Werden in höher riskanten Situationen verwendet: Isolationsfälle, Verfahren mit erheblicher Flüssigkeitsbelastung oder wenn der Laborkittel nicht sofort zwischen kontaminierten Patienten gewechselt werden kann.

IndeVets: „Kittel/Overall-Laborkittel, Stoff-OP-Kittel, Wechsel der OP-Kleidung und sogar Müllsäcke funktionieren im Notfall.“

Sterile OP-Kittel: Ausschließlich für sterile chirurgische Eingriffe verwendet. Nicht austauschbar mit nicht sterilen Einwegkitteln.

Wasserdichte Schürzen: Für Verfahren mit hohem Flüssigkeitsvolumen wie Nekropsie, Geburtshilfe, großflächige Wundspülung.

PSA für spezifische Hochrisikosituationen

Isolationspatienten (verdächtige oder bestätigte ansteckende Krankheit)

AVMA: Patienten mit Verdacht auf Leptospirose erfordern „Doppelhandschuhe, Gesichtsschutzschilde oder die Kombination aus Masken und Augenschutz, Einwegkittel, Isolierstation.“

Vollständiges Isolations-PSA-Protokoll:

  • Einwegkittel (bei jedem Betreten neu)
  • Doppelhandschuhe (äußeres Paar beim Verlassen ausziehen, inneres Paar mit Handschuhentsorgung)
  • Schutzbrille oder Gesichtsschutzschild
  • N95, wenn respiratorische Übertragung möglich ist
  • Dedizierte Schuhe oder Einweg-Schuhüberzüge

Alle PSA wird vor Verlassen des Isolationsbereichs abgelegt. Die AAHA-Richtlinien zur Infektionskontrolle geben eine definierte Reihenfolge vor: Die PSA wird im Raum abgelegt, bevor der Türgriff berührt wird.

Nekropsie

CVMA: Für Nekropsien ist vollständige PSA erforderlich aufgrund des „möglichen Kontakts mit infektiösen Körperflüssigkeiten, Aerosolen und kontaminierten scharfen Gegenständen.“

Vollständige Nekropsie-PSA: Doppelhandschuhe, Gesichtsschutzschild, Kittel oder wasserdichte Schürze, N95 bei möglichem respiratorischem Krankheitserreger, schnittfeste Handschuhe beim Öffnen von Körperhöhlen bei Großtieren.

Radiographie

AVMA-PSA-Liste: „Bleibeschichteter Schilddrüsenschutz, bleibeschichtete Röntgenschürze, Röntgenbrille, bleibeschichtete Röntgenhandschuhe.“ Diese sind keine Infektionsschutzartikel, sondern PSA gegen physikalische Gefahren für den Strahlenschutz.

Sie erfordern jährliche Inspektion und Ersatz bei Beschädigung.

Reihenfolge beim Anlegen und Ablegen der PSA

Anlege-Reihenfolge: zuerst Kittel, dann Maske/Atemschutzmaske, dann Augenschutz, zuletzt Handschuhe.

Die Reihenfolge beim Ablegen ist umgekehrt und ebenso wichtig. Zuerst werden die Handschuhe entfernt (das am stärksten kontaminierte Teil), dann der Augenschutz, dann der Kittel, zuletzt die Maske. Jeder Schritt sollte vermeiden, die kontaminierten Außenseiten zu berühren.

OSU CVM: „Fast 50 % der medizinischen Fachkräfte kontaminierten unbeabsichtigt ihre Haut oder Kleidung“ beim Ablegen der PSA. Das Ablegen sollte mit bewusster Aufmerksamkeit geübt werden, bis die Reihenfolge automatisch wird.

Mindestens Händehygiene, Handschuhentfernung gefolgt von Händewaschen oder ABHR wird nach vollständigem Ablegen der PSA durchgeführt.

Für das chirurgische Händewaschen und sterile Handschuhanziehen, das speziell für aseptische chirurgische Eingriffe gilt, siehe veterinärchirurgisches Händedesinfektionsprotokoll. Für Isolationsprotokolle bei infektiösen Patienten siehe Isolationsprotokolle für infektiöse Hunde.

Für aseptische Technik im Operationssaal siehe aseptische Technik bei Hund und Katzenoperationen.

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich bei jedem Patientenkontakt Handschuhe?

Nicht jeder Kontakt, z. B. das Streicheln oder Gassigehen mit einem gesunden Hund, erfordert Handschuhe.

Handschuhe sind erforderlich, wenn ein realistisches Risiko für Kontakt mit Körperflüssigkeiten, nicht intakter Haut, Kot oder Schleimhäuten besteht oder wenn der Infektionsstatus des Patienten unbekannt ist.

Kann ich Einweghandschuhe zwischen Patienten wiederverwenden, wenn ich Händedesinfektionsmittel darauf anwende?

Nein. Einweghandschuhe sind für den einmaligen Patientenkontakt konzipiert. OSHA- und AVMA-Richtlinien unterstützen nicht die Dekontamination und Wiederverwendung von Untersuchungshandschuhen. Für jeden Patienten wird ein neues Paar verwendet.

Meine Klinik hat keine Gesichtsschutzschilde. Kann ich stattdessen eine Schutzbrille verwenden?

Schutzbrillen ohne Seitenteile bieten nur minimalen Spritzschutz. OSU CVM spezifiziert Schutzbrillen, die „um die Seiten des Gesichts herumgehen oder Seitenschutz haben“ als geeignete Wahl.

Standard-Schutzbrillen sind nicht gleichwertig mit klinischen Schutzbrillen.

Sind chirurgische Masken ausreichend, wenn ich mit einem Hund arbeite, der Leptospirose haben könnte?

Nein. AVMA: Hunde mit Verdacht auf Leptospirose erfordern „Gesichtsschutzschilde oder die Kombination aus Masken und Augenschutz.“ Eine chirurgische Maske allein bietet keinen ausreichenden Schutz für einen Hochrisiko-Zoonosepatienten.

Wie oft sollte die PSA-Schulung aufgefrischt werden?

IndeVets empfiehlt, bei jeder neuen Praxis nach den PSA-Protokollen zu fragen und diese bei Ankunft zu überprüfen. AVMA empfiehlt regelmäßige Auffrischungsschulungen.

Schulungen des Personals bei Einstellung und mindestens jährlich bei Protokolländerungen sind ein angemessener Mindeststandard.

Welche PSA ist beim Umgang mit einem Hund mit Verdacht auf Parvovirus erforderlich?

Volle Kontaktvorsichtsmaßnahmen: Einwegkittel und Untersuchungshandschuhe (Doppelhandschuhe empfohlen), mit Augenschutz bei möglichem Spritzrisiko.

Parvovirus ist umweltstabil; PSA muss vor Verlassen der Isolation abgelegt werden, und kontaminierte Oberflächen müssen mit einem parvoviruziden Desinfektionsmittel gereinigt werden.

Ressourcen

Get a Free Poster

Enhance your workspace with a high-quality radiographs reference poster, designed for veterinary professionals. This free physical poster will be shipped directly to you—just fill out the form to request your copy.

Articoli Correlati

No items found.

Get a Free Poster for Your Clinic

Enhance your workspace with a high-quality radiographs reference poster, designed for veterinary professionals. This free physical poster will be shipped directly to you—just fill out the form to request your copy.

Wir würden uns freuen
Sie bei uns zu begrüßen!

Geben Sie unten Ihre Daten ein, um Ihr Informationspaket zu erhalten.

100 % sicher. Ihre Daten werden niemals weitergegeben oder verkauft.

Vielen Dank!
Sie erhalten Ihr Informationspaket in Kürze per E-Mail.
Oops! Something went wrong while submitting the form.