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Bilateral MPL bei Hunden: Was Sie wissen müssen

Bilateral MPL bei Hunden: Was Sie wissen müssen

Mediale Patellaluxation

X Min. Lesezeit

Erfahren Sie alles über bilaterale MPL bei Hunden – Ursachen, Symptome, Behandlung und Prognose für eine bessere Lebensqualität.

Von 

Sustainable Vet Group

Aktualisiert am 

4/22/26

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Bilateral MPL bei Hunden ist eine häufige orthopädische Erkrankung, die viele Hundebesitzer vor Herausforderungen stellt. Die mediale Patellaluxation (MPL) beschreibt das Herausspringen der Kniescheibe aus ihrer normalen Position, was bei bilateraler MPL beide Kniegelenke betrifft. Diese Erkrankung kann Schmerzen, Lahmheit und langfristige Gelenkprobleme verursachen, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird.

In diesem Artikel erhalten Sie eine umfassende Übersicht über die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten der bilateralen MPL bei Hunden. Sie lernen, wie Sie die Erkrankung frühzeitig erkennen, welche Risiken bestehen und welche therapeutischen Ansätze die Lebensqualität Ihres Vierbeiners verbessern können.

Was ist bilaterale MPL bei Hunden und wie entsteht sie?

Bilateral MPL bedeutet, dass beide Kniegelenke von einer medialen Patellaluxation betroffen sind.

Die mediale Patellaluxation ist eine Erkrankung, bei der die Kniescheibe (Patella) aus ihrer normalen Rinne im Oberschenkelknochen (Trochlea) nach innen springt. Bei bilateraler MPL tritt dieses Problem an beiden Hinterbeinen auf, was die Mobilität des Hundes stark beeinträchtigen kann. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von genetischen Faktoren über anatomische Fehlstellungen bis hin zu Verletzungen.

Häufig sind kleinere Hunderassen wie Chihuahua, Yorkshire Terrier oder Pomeranian betroffen, doch auch größere Rassen können an MPL leiden. Die Erkrankung kann angeboren sein oder sich im Laufe des Wachstums entwickeln, insbesondere wenn die Knochenstrukturen nicht korrekt ausgebildet sind.

  • Genetische Prädisposition: Viele betroffene Hunde stammen aus Linien mit MPL, was auf eine erblich bedingte Schwäche der Bänder und Knochenstrukturen hinweist.
  • Anatomische Fehlstellungen: Eine zu flache oder deformierte Trochlea kann das Herausspringen der Patella begünstigen.
  • Muskelungleichgewicht: Schwache oder ungleichmäßig entwickelte Oberschenkelmuskeln können die Stabilität des Kniegelenks vermindern.
  • Verletzungen: Traumata oder Überlastungen können eine MPL auslösen oder verschlimmern.

Das Verständnis dieser Ursachen ist entscheidend, um die Erkrankung frühzeitig zu diagnostizieren und gezielt zu behandeln.

Wie erkennt man bilaterale MPL bei Hunden? Welche Symptome treten auf?

Typische Symptome sind Lahmheit, Kniescheibenverlagerung und verändertes Gangbild an beiden Hinterbeinen.

Die Symptome der bilateralen MPL können variieren, je nachdem wie stark die Luxation ausgeprägt ist. Oft zeigen Hunde eine wechselnde Lahmheit, die sich durch plötzliches Hüpfen oder Aussetzen eines Beins bemerkbar macht. Bei bilateraler MPL sind beide Hinterbeine betroffen, was sich durch eine unsichere oder wackelige Bewegung äußert.

Weitere Anzeichen sind Schmerzen beim Beugen des Knies, eine sichtbare Verschiebung der Kniescheibe und Muskelatrophie durch verminderte Belastung. In schweren Fällen kann es zu chronischen Entzündungen und Arthrose kommen, die die Lebensqualität erheblich mindern.

  • Wechselnde Lahmheit: Hunde zeigen oft intermittierende Lahmheit, die sich bei Belastung verschlimmert.
  • Kniescheibenverlagerung: Die Patella springt bei Bewegung sichtbar aus der Rinne heraus.
  • Schmerzreaktionen: Berührung oder Bewegung des Knies führt zu Unwohlsein oder Rückzug.
  • Muskelabbau: Durch Schonhaltung verkümmern die Oberschenkelmuskeln, was die Stabilität weiter verschlechtert.

Eine frühzeitige tierärztliche Untersuchung ist wichtig, um die Diagnose zu sichern und Folgeschäden zu vermeiden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei bilateraler MPL?

Die Behandlung reicht von konservativen Maßnahmen bis zu chirurgischen Eingriffen, abhängig vom Schweregrad.

Bei leichter bis mittelschwerer bilateraler MPL kann eine konservative Therapie mit Physiotherapie, Gewichtsmanagement und Schmerzmitteln ausreichend sein. Ziel ist es, die Muskulatur zu stärken und die Belastung der Kniegelenke zu reduzieren. Bei schweren Fällen oder wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen, ist eine Operation notwendig, um die Kniescheibe dauerhaft zu stabilisieren.

Die chirurgischen Techniken variieren je nach Ursache der Luxation und können die Vertiefung der Trochlea, die Versetzung der Patellasehne oder die Korrektur von Knochenfehlstellungen umfassen. Die postoperative Rehabilitation ist entscheidend für den Erfolg der Behandlung.

  • Konservative Therapie: Physiotherapie und gezieltes Muskelaufbautraining verbessern die Gelenkstabilität.
  • Gewichtsreduktion: Übergewicht belastet die Knie zusätzlich und sollte reduziert werden.
  • Schmerzmanagement: Entzündungshemmende Medikamente lindern Beschwerden und fördern die Mobilität.
  • Chirurgische Korrektur: Operationen wie Trochleoplastik oder Sehnenversetzung korrigieren die anatomischen Ursachen.

Die Wahl der Behandlung hängt vom individuellen Zustand des Hundes ab und sollte in enger Absprache mit dem Tierarzt erfolgen.

Wie läuft eine Operation bei bilateraler MPL ab und wie lange dauert die Genesung?

Die Operation zielt auf die Stabilisierung der Kniescheibe ab und die Genesung dauert meist mehrere Wochen.

Eine Operation bei bilateraler MPL umfasst meist mehrere Schritte: Zunächst wird die Ursache der Luxation identifiziert, dann erfolgt die Korrektur durch Vertiefung der Trochlea oder Versetzung der Patellasehne. Die Operation wird unter Vollnarkose durchgeführt und dauert in der Regel 1 bis 2 Stunden pro Knie. Bei bilateraler MPL können beide Knie entweder gleichzeitig oder in getrennten Eingriffen operiert werden.

Die postoperative Phase ist entscheidend für den Erfolg. Hunde benötigen eine strenge Schonung, kontrollierte Bewegung und regelmäßige Physiotherapie. Die vollständige Genesung kann 6 bis 12 Wochen dauern, abhängig von Alter, Gesundheitszustand und Schwere der Erkrankung.

  • Operationsdauer: 1–2 Stunden pro Knie, bei bilateraler MPL oft in zwei Sitzungen.
  • Postoperative Schonung: Mindestens 6 Wochen eingeschränkte Bewegung zur Heilung.
  • Physiotherapie: Regelmäßige Übungen fördern die Muskelkraft und Gelenkfunktion.
  • Langzeitkontrolle: Regelmäßige Tierarztbesuche sichern den Behandlungserfolg und verhindern Rückfälle.

Eine sorgfältige Nachsorge ist unerlässlich, um Komplikationen zu vermeiden und die Mobilität des Hundes langfristig zu erhalten.

Welche Risiken und Komplikationen können bei bilateraler MPL auftreten?

Unbehandelt kann bilaterale MPL zu chronischen Schmerzen, Arthrose und Bewegungseinschränkungen führen.

Die häufigsten Risiken bei bilateraler MPL sind fortschreitende Gelenkdegeneration und chronische Entzündungen. Ohne Behandlung verschlechtert sich die Stabilität der Kniegelenke, was zu dauerhaften Schäden und Schmerzen führt. Auch nach einer Operation können Komplikationen wie Infektionen, Nervenverletzungen oder erneute Luxationen auftreten.

Frühe Diagnose und konsequente Behandlung minimieren diese Risiken erheblich. Zudem ist eine sorgfältige postoperative Betreuung notwendig, um Komplikationen zu vermeiden und die Heilung zu fördern.

  • Chronische Arthrose: Dauerhafte Kniescheibenluxation führt zu Gelenkverschleiß und Schmerzen.
  • Infektionen nach OP: Unzureichende Wundpflege kann zu Entzündungen und verzögerter Heilung führen.
  • Wiederkehrende Luxationen: Unvollständige Korrektur oder zu frühe Belastung erhöhen das Rückfallrisiko.
  • Nervenverletzungen: Während der Operation können Nerven geschädigt werden, was zu Bewegungsstörungen führt.

Eine enge Zusammenarbeit mit dem Tierarzt und eine sorgfältige Nachsorge sind entscheidend, um diese Risiken zu minimieren.

Wie kann man bilaterale MPL bei Hunden vorbeugen oder frühzeitig erkennen?

Frühe Kontrolle und gezielte Prävention helfen, die Entwicklung von bilateraler MPL zu verhindern oder zu verlangsamen.

Da viele Fälle von MPL genetisch bedingt sind, ist die Zuchtselektion ein wichtiger Präventionsfaktor. Verantwortungsbewusste Züchter vermeiden die Verpaarung von Hunden mit MPL. Für Besitzer ist es wichtig, Welpen und junge Hunde regelmäßig orthopädisch untersuchen zu lassen, um Anzeichen frühzeitig zu erkennen.

Ein gesundes Gewicht, ausgewogene Ernährung und angemessene Bewegung stärken die Muskulatur und unterstützen die Gelenkgesundheit. Bei Risikohunden kann eine gezielte Physiotherapie helfen, Fehlstellungen zu korrigieren und die Stabilität zu verbessern.

  • Zuchtselektion: Vermeidung der Verpaarung von Hunden mit MPL reduziert das Risiko genetischer Weitergabe.
  • Regelmäßige Untersuchungen: Früherkennung durch Tierarztbesuche ab Welpenalter ist essenziell.
  • Gewichtskontrolle: Übergewicht belastet die Kniegelenke und fördert die Entstehung von MPL.
  • Physiotherapie und Bewegung: Muskelaufbau und Gelenkstabilität werden durch gezielte Übungen unterstützt.

Durch diese Maßnahmen kann die Lebensqualität Ihres Hundes deutlich verbessert und eine bilaterale MPL frühzeitig behandelt werden.

Praktischer Leitfaden: Wie Sie bilaterale MPL bei Ihrem Hund erkennen und handeln

Ein strukturierter Ansatz hilft Ihnen, bilaterale MPL frühzeitig zu erkennen und die richtigen Schritte einzuleiten.

1. Beobachten Sie das Gangbild Ihres Hundes regelmäßig auf Anzeichen von Lahmheit oder Hinken, besonders an beiden Hinterbeinen. Achten Sie auf plötzliches Aussetzen oder Hüpfen.

2. Fühlen Sie vorsichtig die Knie Ihres Hundes ab. Eine verschiebbare Kniescheibe oder Schmerzreaktionen können Hinweise auf MPL sein.

3. Vereinbaren Sie bei Verdacht einen Termin beim Tierarzt für eine orthopädische Untersuchung und gegebenenfalls bildgebende Verfahren wie Röntgen.

4. Folgen Sie den Empfehlungen des Tierarztes bezüglich Behandlung, sei es konservativ oder operativ, und halten Sie sich strikt an die Nachsorgeanweisungen.

  • Regelmäßige Beobachtung: Achten Sie auf Veränderungen im Bewegungsverhalten, um frühzeitig reagieren zu können.
  • Sanfte Palpation: Durch vorsichtiges Abtasten der Knie können Sie Auffälligkeiten erkennen.
  • Tierärztliche Diagnose: Professionelle Untersuchung sichert die richtige Diagnose und Therapieplanung.
  • Konsequente Nachsorge: Befolgen Sie alle Anweisungen zur Rehabilitation für optimale Heilung.

Dieser Leitfaden unterstützt Sie dabei, die Gesundheit Ihres Hundes aktiv zu schützen und die Auswirkungen einer bilateralen MPL zu minimieren.

Häufige Fehler und Risiken bei der Behandlung von bilateraler MPL

Fehler bei Diagnose und Therapie können den Krankheitsverlauf verschlechtern und sollten vermieden werden.

Eine ungenaue Diagnose oder das Ignorieren erster Symptome führt oft zu einer Verschlechterung der bilateralen MPL. Ebenso kann eine zu frühe Belastung nach einer Operation die Heilung gefährden. Fehlende Nachsorge oder unzureichende Physiotherapie vermindern den Behandlungserfolg erheblich. Auch eine falsche Dosierung von Schmerzmitteln kann Nebenwirkungen verursachen und die Mobilität einschränken.

  • Fehlerhafte Diagnose: Unvollständige Untersuchung verzögert Behandlung und verschlechtert Prognose; regelmäßige Kontrollen sind wichtig.
  • Zu frühe Belastung: Belastung vor vollständiger Heilung kann erneute Luxationen verursachen; Schonzeit strikt einhalten.
  • Unzureichende Nachsorge: Vernachlässigung von Physiotherapie führt zu Muskelabbau und Instabilität; konsequente Reha ist notwendig.
  • Falsche Medikation: Über- oder Unterdosierung von Schmerzmitteln kann Nebenwirkungen hervorrufen; genaue Dosierung beachten.

Vermeiden Sie diese Fehler durch enge Zusammenarbeit mit Ihrem Tierarzt und sorgfältige Befolgung der Behandlungsempfehlungen.

Beste Praktiken und Empfehlungen für den Umgang mit bilateraler MPL

Diese Empfehlungen helfen, die Lebensqualität Ihres Hundes nachhaltig zu verbessern und Rückfälle zu vermeiden.

Eine frühzeitige Diagnose und individuelle Therapieplanung sind essenziell. Achten Sie auf ein gesundes Körpergewicht und fördern Sie regelmäßige, gelenkschonende Bewegung wie Schwimmen oder kontrolliertes Spazierengehen. Physiotherapie sollte als festen Bestandteil der Behandlung integrieren werden. Nach Operationen ist eine strikte Schonung und kontrollierte Rehabilitation entscheidend. Zudem empfiehlt sich eine enge Kommunikation mit dem Tierarzt, um den Heilungsverlauf zu überwachen und Anpassungen vorzunehmen.

  • Früherkennung fördern: Regelmäßige orthopädische Untersuchungen ermöglichen rechtzeitige Intervention.
  • Gewichtskontrolle: Ein optimales Körpergewicht reduziert die Belastung der Kniegelenke nachhaltig.
  • Gelenkschonende Bewegung: Aktivitäten wie Schwimmen stärken Muskeln ohne die Gelenke zu belasten.
  • Physiotherapie integrieren: Gezielte Übungen verbessern die Stabilität und Beweglichkeit der Knie.

Diese Praktiken tragen dazu bei, die Symptome der bilateralen MPL zu lindern und die Mobilität Ihres Hundes langfristig zu erhalten.

Fazit: Bilaterale MPL bei Hunden verstehen und richtig handeln

Die bilaterale mediale Patellaluxation ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die beide Kniegelenke eines Hundes betrifft und die Beweglichkeit stark einschränken kann. Eine frühzeitige Diagnose, abgestimmte Behandlung und konsequente Nachsorge sind entscheidend, um Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Ob konservative Therapie oder Operation – die Wahl hängt vom Schweregrad und individuellen Bedürfnissen Ihres Hundes ab.

Wenn Sie Anzeichen einer bilateralen MPL bei Ihrem Hund bemerken, zögern Sie nicht, einen Tierarzt aufzusuchen. Mit dem richtigen Wissen und gezielten Maßnahmen können Sie Ihrem Vierbeiner helfen, ein aktives und schmerzfreies Leben zu führen.

FAQ

Wie viel kostet die Behandlung einer bilateralen MPL bei Hunden?

Die Kosten variieren je nach Schweregrad und Behandlungsmethode. Konservative Therapien liegen meist zwischen 200 und 800 €, während Operationen inklusive Nachsorge 1.500 bis 4.000 € kosten können.

Wie lange dauert die Genesung nach einer Operation bei bilateraler MPL?

Die vollständige Heilung dauert in der Regel 6 bis 12 Wochen, abhängig von der individuellen Situation und der Einhaltung der Nachsorge.

Kann bilaterale MPL bei Hunden von alleine heilen?

Eine vollständige Heilung ohne Behandlung ist unwahrscheinlich. Frühzeitige Therapie kann jedoch Symptome lindern und das Fortschreiten verlangsamen.

Welche Risiken bestehen bei einer Operation zur Korrektur der bilateralen MPL?

Risiken umfassen Infektionen, erneute Luxationen, Nervenverletzungen und verzögerte Heilung. Eine sorgfältige Nachsorge minimiert diese Risiken.

Wie erkenne ich, ob mein Hund an bilateraler MPL leidet?

Achten Sie auf wechselnde Lahmheit, Kniescheibenverlagerung, Schmerzen beim Bewegen und Muskelabbau an beiden Hinterbeinen. Eine tierärztliche Untersuchung bestätigt die Diagnose.

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